Trotz Bauboom: Bundesweit zu wenig Kita-Neubauten?

Anne Becker
Beitrag von Anne Becker am 15.06.20 08:00 Uhr   |   Themen: Auftragsmanagement

DTAD_BLOG_BREITFORMAT_1440x524_200604_01Kommunen und Städte sind durch § 24 SGB VIII (Anspruch auf Förderung in Tageseinrichtungen und in Kindertagespflege) rechtlich verpflichtet, jedem Kind bis zur Vollendung des dritten Lebensjahres einen Kindertagesplatz zuzusichern. Klingt gut! Dennoch fehlen bundesweit mehr als 320.000 Kita-Plätze und das, obwohl die Regierung seit 2008 vier Investitionsprogramme mit mehr als drei Milliarden Euro Finanzhilfe zur Förderung des Kita-Ausbaus aufgelegt hatte.

Werden bundesweit zu wenig Kitas neu gebaut? Welche Gründe spielen hierbei eine Rolle und wie können Sie zukünftig dennoch erfolgreich im Bereich Kita-Neubau akquirieren?

 

Steigende Geburtenraten steigender Bedarf für Kita-Plätze?

Der demografische Wandel und die immer älter werdende Gesellschaft stellen auch in Zukunft eine enorme Herausforderung dar auch wenn die Geburtenrate sich in den letzten Jahren scheinbar erholt hat und seit 2016 wieder deutlich steigt. Laut der Geburtenstatistik des Statistischen Bundesamtes sind im Jahr 2019 778.129 Kinder zur Welt gekommen.

Gründe hierfür: Eine Zunahme der Geburtenhäufigkeit ab einem Alter von 30 Jahren sowie die sich stets bessernden wirtschaftlichen und familienpolitischen Bedingungen. Ein weiterer Faktor: Mütter mit ausländischer Staatsangehörigkeit gebaren bis 2016 sogar noch mehr Kinder. Der Anstieg betrug hier circa 64 Prozent.

Dieser Anstieg an Geburten bedeutet im Umkehrschluss auch einen erhöhten Bedarf an Kita-Plätzen, in denen Unterdreijährige tagesweise versorgt und betreut werden. Dieser Bedarf ist seit 2013 bis 2018 auf 2,4 Millionen angestiegen. Laut dem Institut der Deutschen Wirtschaft in Köln klafft hier eine bundesweite Betreuungslücke von 13 Prozent auf – wobei es ein noch größeres Gefälle zwischen den Bundesländern in Ost und West gibt.

 

Kitastrukturen – Freie und öffentliche Träger

Kitas in Deutschland werden durch öffentliche oder freie Träger der Jugendhilfe getragen. Bei den freien Trägern wird noch einmal in privat-freigemeinnützig (u. a. AWO, DRK, Diakonie / EKD) und den privat-nichtgemeinnützigen (auch Wirtschaftsunternehmen) unterschieden. Zwischen diesen Trägern gilt eine Arbeitsteilung aufgrund des Subsidiaritätsprinzips. In Deutschland überwiegt die Anzahl der Einrichtungen in freier Trägerschaft.

 

Kitagesetze gleich Ländergesetze

Kitagesetze sind auf der Bundesebene im SGB VIII, auch dem Kinder- und Jugendschutzgesetz, verankert. In diesen sind alle bundesgesetzlichen Regelungen für Kinder- und Jugendhilfe festgehalten. Auf Länderebene handelt sich bei den Kita-Gesetzen um sogenannte Ausführungsgesetze – diese legen vor allem die Träger der öffentlichen Jugendhilfe fest. Auf Länderebene handelt es sich somit um 16 eigenständige Gesetze.

Daher lässt sich auch erklären, weshalb sich die Kita-Gestaltung in den einzelnen Bundesländern so stark unterscheidet angefangen bei den Kita-Gebühren bis hin zu Trägern sowie den jeweiligen Bauvorhaben von neuen Kita-Gebäuden.

 

Welche möglichen Gründe gibt es, die den bundesweiten Neubau von Kitas erschweren?

Die Gründe, weshalb bundesweit nicht schneller neue Kitas gebaut werden können, sind vielfältig. Ein paar der wichtigsten Herausforderungen sind: 


1. Standort sowie baulichen Anforderungen – Flächenbedarf und Lage

Der Neubau von Kitas erfordert spezielle Anforderungen beim Bau, u. a. hinsichtlich Lage und Flächenbedarf. So muss darauf geachtet werden, dass ausreichend Innen- und anliegende Außenflächen gegeben sind. Die größte Herausforderung für Städte und Kommunen: diese Flächen zur Verfügung zu stellen. In dichtbevölkerten Städten ist in erster Linie ist freies Bauland mit großen Außenflächen oft nur in den Außenbezirken zu finden.


2. Vergabe zu spezielle Ausschreibungsanforderungen

Nicht immer sind es Standortprobleme, die den Neubau erschweren, sondern zu spitz formulierte Ausschreibungen. Dies führt dazu, dass zu wenige Angebote eingehen und sich der Kita-Neubau aufgrund von einer Neuausschreibung verzögert.


3. Klamme Kommunen  zu wenig finanzielle Mittel aus den Fördertöpfen für Bauvorhaben

Leere Fördertöpfe bzw. zu wenig finanzielle Mittel zum Neubauen können als ein weiteres Hindernis gesehen werden.


4. Bauüberhang – Kita-Bauvorhaben, die genehmigt, aber zum Ende des Kalenderjahres noch nicht fertiggestellt sind

In Deutschland wird seit Jahren ein Anstieg des Bauüberhangs verzeichnet. Hierbei wird in „bereits unter Dach“, „noch nicht unter Dach“ sowie „noch nicht begonnen“ unterschieden bzw. wenn die Bau-Genehmigungen erloschen sind.

 

Akquise-Chancen sichern: Seit 2016 ist ein Anstieg von Bauvorhaben im Kita-Bereich in DTAD 360 zu verzeichnen 

Trotz der vielfältigen Herausforderungen: Seit 2016 ist der Anstieg der Bauvorhaben von Kita-Neubauten auch in der Online-Plattform DTAD 360 sichtbar. Von 2016 bis 2019 hat sich der Anteil von Bauvorhaben aus diesem Bereich prozentual um 164,64 Prozent gesteigert:

 

Anstieg Bauvorhaben Neubau Kitas in DTAD 360

Quelle: DTAD 360 | Anstieg Bauvorhaben Neubau Kitas in DTAD 360

Und auch für die aktuell und kommende Zeit können Sie sich als Dienstleister, Dienstleister am Bau sowie als Hersteller über Top-Bauvorhaben für Kita-Neubauten freuen.

Unsere Akquise-Tipps, um sich frühzeitig mit DTAD 360 in die Pole-Position zu bringen:


Akquise-Tipp 1:

Mit DTAD 360 und DTAD Analytics nutzen Sie datenbasierte Akquise-Prognosen und können so bereits vor Auftragsbeteiligung abschätzen, wie hoch Ihre Akquisechancen sind und mit welchen Wettbewerbern Sie rechnen können.


Akquise-Tipp 2:

Bringen Sie sich frühzeitig bei potenziellen Kontakten ins Spiel und lassen Sie sich im Modul Firmen & Vergabestellen mit Ihrem Unternehmensprofil listen. Werden Sie für zukünftige Auftraggeber mit Ihren Dienstleistungen und Produkten am Markt sichtbar. Nutzen Sie das Modul auch für Ihren zeitlichen Vorsprung und kontaktieren Sie frühzeitig relevante Entscheider direkt aus der Online-Plattform.

 

Da auch in den kommenden Jahren mit steigenden positiven Geburtenraten aufgrund verbesserter Lebensbedingungen zu rechnen ist, wird sich die Bedarfslücke von fehlenden Kita-Plätzen nicht von heute auf morgen schließen. Nutzen Sie Ihre Akquise-Chancen mit DTAD 360 im Bereich Bauvorhaben und sichern Sie sich die lukrativsten Aufträge.

 

Sie möchten Ihr Auftragsmanagement optimieren?

Mit DTAD 360 und jährlich über 700.000 Auftragsinformationen bietet der DTAD die führende Online-Plattform im Auftragsmanagement. Individuelle Lösungsansätze, tagesaktuelle Akquise-Prognosen sowie Markt- und Wettbewerbsanalysen bilden die optimale Grundlage für die erfolgreiche Umsetzung Ihrer Akquisemaßnahmen. 

Jetzt kostenlos testen

    Erhalten Sie kostenlos brandneue Informationen sowie Tipps und Tricks zur Optimierung Ihrer Akquiseprozesse und Vertriebs-Workflows direkt in Ihr E-Mail-Postfach oder bequem in Ihren Feed-Reader.

    DTAD Blog abonnieren

    Neueste Beiträge