Unterschwelliger Auftragswert

Liegt ein Auftrag unterhalb der europäischen Schwellenwerte, muss der öffentliche Auftraggeber nicht zwingend eine EU-konforme Ausschreibung durchführen.
In diesem Fall werden die nationalen Vorschriften angewandt und mitunter durch Gesetze und Verwaltungsvorschriften der einzelnen Bundesländer ergänzt.

Die Richtlinien der Europäischen Union, die in nationales Recht umzusetzen sind
(vgl. GWB, VgV, VOL/A; VOB/A), legen fest, in welchen Fällen europaweite Ausschreibungen für öffentliche Auftraggeber verpflichtend sind.
Laut den Verordnungen (EU) 2017/2364, 2017/2365, 2017/2366 und 2017/2367 belaufen sich diese Schwellenwerte seit 01.01.2018 auf folgende Werte:

  • 5.548.000 Euro für Bauleistungen von Auftraggebern aller Art,
  • 144.000 Euro für Liefer- und Dienstleistungen für oberste und obere Bundesbehörden,
  • 443.000 Euro für Sektorenauftraggeber,
  • 221.000 Euro für sonstige Vergabestellen.