Was Unternehmen im öffentlichen Markt wirklich brauchenDTAD Trendanalyse 2026
1.000 Entscheidungstragende. Vier Branchen. Klare Ergebnisse.
1.000 Entscheidungstragende. Vier Branchen. Klare Ergebnisse.
nennen lange Verfahrensdauer als größte Hürde im Alltag
Unternehmen wünschen sich Vereinfachung und Bürokratieabbau als dringendste Reform
halten zentral abrufbare Ausschreibungsunterlagen für den entscheidenden Erfolgsfaktor
Unternehmen nutzt bereits KI-Anwendungen im Vergabeprozess
Die Trendanalyse widmet sich fünf Themenbereichen. Den Ausgangspunkt bildet der Ist-Zustand: Wo bremst der Prozess und warum? Aus diesen Belastungen ergibt sich ein Reformdruck. Darauf folgt die praktische Frage, welche Rahmenbedingungen eine erfolgreiche Teilnahme ermöglichen – und schließlich der Blick auf die Werkzeuge: Was leisten Digitalisierung und KI wirklich?
Wo stockt der Vergabeprozess und warum? Zeitverlust, formale Last und fehlende Übersicht sind die größten Bremsen im Arbeitsalltag. Branchenübergreifend sind sich die Befragten in vielen Themen einig, unterscheiden sich aber in den Schwerpunkten.
Vergabe scheitert im Alltag selten an fehlendem Fachwissen. Sie scheitert an struktureller Überlastung. Lange Verfahrensdauer und Fristenmanagement nennen 34,1 % als größte Hürde, dicht gefolgt von hoher formaler und administrativer Komplexität (30,5 %). Fehlende Transparenz bei Anforderungen kommt auf 23,5 %.
Gemeinsam beschreiben diese drei Werte ein bekanntes Muster: Prozesse dauern zu lang, fordern zu viel und lassen zu viele Fragen offen. Aufwendige interne Koordination (17,7 %) und zu späte Kenntnis über relevante Vorhaben (15,7 %) verstärken diesen Befund. Beides sind Symptome eines Prozesses, der zu spät beginnt und intern zu viel Abstimmung erzeugt.Aus den Branchen: Besonders ausgeprägt zeigt sich die Überlastung in der IT, wo 73 % hohe administrative Komplexität und 66 % fehlende Transparenz als Hürden nennen. Im Bauwesen liegt aufwendige interne Koordination mit 32 % deutlich über dem Gesamtschnitt. In der öffentlichen Verwaltung und Gesundheit sind es vor allem lange Verfahrensdauern (61 %), die den Prozess prägen.
Was muss sich im Vergaberecht dringend ändern? Der Wunsch nach Vereinfachung ist kein politisches Stimmungsbild, sondern direkte Reaktion auf erlebte Überlastung.
60 Prozent der Befragten wünschen sich Vereinfachung und Bürokratieabbau. Das ist der mit Abstand meistgenannte Reformwunsch. Einheitliche Datenformate (26,0 %), mehr Rechtssicherheit (24,6 %) und mehr Transparenz (23,6 %) folgen mit deutlichem Abstand. End-to-End-Digitalisierung des gesamten Prozesses wünschen sich 22,4 % – ein relevanter, aber kein dominanter Wert.
Das Ergebnis legt nahe, dass der Markt keine fundamentale Systemtransformation fordert, sondern konkrete Entlastung dort, wo der Arbeitsalltag am stärksten drückt.Was brauchen Unternehmen, um an Ausschreibungen erfolgreich teilzunehmen? Die Antworten sind klarer als erwartet: Übersicht kommt vor Funktion. Wer Unterlagen nicht findet oder zu spät von einem Vorhaben erfährt, verpasst dadurch Erfolgschancen im öffentlichen Markt.
Zentral abrufbare Ausschreibungsunterlagen stehen mit 42,1 % klar an erster Stelle – mit einem Abstand, der keine Interpretation zulässt. Das klingt selbstverständlich. Es ist es aber nicht. Denn der Befund zeigt, dass das grundlegendste Werkzeug einer erfolgreichen Ausschreibungsteilnahme – der strukturierte, gebündelte Zugang zu Unterlagen – nach wie vor für viele nicht als gelöst gilt. Dabei beweist die Praxis der DTAD-Plattform, dass dieser zentrale Zugriff durch klare Strukturen und intelligente Tools bereits gelöst werden kann.
Wettbewerbs- und Marktdaten (29,1 %), strukturierte maschinenlesbare Unterlagen (24,4 %) und automatische Fristenbenachrichtigungen (23,6 %) folgen. Zusammen beschreiben diese vier Werte ein klares Bild: Der Markt sucht keine Komplexität, sondern Ordnung. Erfolg beginnt mit Übersicht.Aus den Branchen: Bauwesen (76,6 %) und öffentliche Verwaltung & Gesundheit (73,6 %) messen zentral abrufbaren Unterlagen überdurchschnittlich hohe Bedeutung bei. Das Bauwesen sticht zusätzlich mit 47,2 % bei Frühindikatoren für Auftragsbedarf hervor, einem Wert, der weit über dem Gesamtschnitt liegt und die langen Vorläufe der Branche erklärt. In der IT spielen API/CRM-Integration und historische Vergabedaten eine vergleichsweise größere Rolle.
Digitalisierung im Vergabeprozess, aber wie? Nicht alles, was technisch möglich ist, ist auch relevant. Die Befragung zeigt, welche digitalen Aspekte im Alltag wirklich zählen und was der Markt darunter versteht.
Das Bild ist weniger eindeutig als bei den Reformwünschen – aber die Richtung ist klar: Die meistgenannten Aspekte betreffen Zentralität, Einheitlichkeit und Nachvollziehbarkeit. Keine Einzelfunktionen, sondern Systemqualitäten.
Zentrale Erfassung aller Ausschreibungen (29,4 %) und einheitliche digitale Schnittstellen/Formate (29,3 %) liegen nahezu gleichauf. Transparente Dokumentation von Entscheidungen (27,8 %) und effiziente Workflows (25,3 %) zeigen: Digitalisierung wird im Vergabemarkt nicht als technisches Upgrade verstanden, sondern als Werkzeug zur Reduktion von Reibung. Der Einsatz von KI als Unterstützung steht mit 14,9 % dahinter – relevant, aber kein eigenständiger Treiber.Aus den Branchen: Transparente Dokumentation der Entscheidungen ist vor allem IT-Entscheidende wichtig (52,9 %). Im Bauwesen steht einfachere Auswertung durch digitale Systeme mit 41,3 % an erster Stelle – dem höchsten Wert aller Branchen in dieser Kategorie. Einheitliche digitale Schnittstellen/Formate werden besonders von der öffentlichen Verwaltung & Gesundheit (43,3 %) und der Industrie/Produktion/Verarbeitung (36,2 %) eingefordert.
Ein Drittel aller befragten Entscheidungstragenden nutzt bereits KI-Anwendungen im Vergabeprozess. Das ist keine Nische mehr. Die Frage ist längst nicht mehr ob – sondern wo KI tatsächlich entlastet.
Aus den Branchen: Die Nutzungsraten unterscheiden sich erheblich. In der IT sind es bereits 53 %, in der Industrie/Produktion/Verarbeitung 38,8 %, im Bauwesen 28,8 %. Nahezu keine Verbreitung findet KI aktuell in der öffentlichen Verwaltung und Gesundheit (4,5 %) – ein Befund, der auf strukturelle und regulatorische Barrieren hindeutet. In der IT liegen die wahrgenommenen Nutzenpotenziale besonders bei der Extraktion von Eignungskriterien (66,2 %) und dem automatischen Matching (62,9 %). Das Bauwesen sieht den größten Nutzen in der Ausschreibungssuche (48,3 %).