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DTAD Trendanalyse 2026Stimmen aus dem Bauwesen

Befragt wurden 1.000 privatwirtschaftliche Entscheidungstragende in Unternehmen ab 50 Mitarbeitenden mit beruflicher Erfahrung zum Thema (Auftrags-)Vergabeverfahren.
DTAD Trendanalyse 2026 - Stimmen aus dem Bauwesen DTAD Trendanalyse 2026 - Stimmen aus dem Bauwesen

Der Vergabemarkt verändert sich schneller als je zuvor. Digitalisierung, KI und ein wachsender Reformdruck stellen Unternehmen vor neue Fragen:

  • Wie bleibt man wettbewerbsfähig?

  • Was braucht es wirklich für eine erfolgreiche Ausschreibungsteilnahme?

  • Wohin entwickelt sich der Markt?

Der DTAD begleitet Unternehmen seit über 25 Jahren im Vergabemarkt. Diese Erfahrung schärft den Blick aber sie ersetzt nicht das direkte Zuhören. Deshalb hat der DTAD gemeinsam mit dem Meinungsforschungsinstitut Civey den Vergabemarkt systematisch befragt: Was bewegt die Menschen, die täglich darin arbeiten?

 

Das bewegt die Baubranche

Die Ergebnisse zeigen: Der Vergabemarkt hat branchenübergreifende Gemeinsamkeiten aber auch klare Unterschiede. Befragt wurde zu fünf Themen, die den Markt aktuell beschäftigen. Den Ausgangspunkt bildet der Ist-Zustand: Wo bremst der Vergabeprozess und warum? Aus diesen Belastungen ergibt sich ein Reformdruck. Darauf folgt die praktische Frage, welche Rahmenbedingungen eine erfolgreiche Teilnahme am Vergabemarkt befördern und schließlich der Blick auf die Instrumente: Welche Rolle spielen Digitalisierung und KI dabei?

Die Bremsen: Überlastung im Vergabemarkt

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Wo stockt der Vergabeprozess und warum? Lange Verfahrensdauer und administrative Komplexität sind die größten branchenübergreifenden Bremsen. Das Bauwesen kennt diese Probleme gut, nennt aber noch ein weiteres erhebliches Problem, welches sich im Gesamtmarkt weniger wiederfindet: Nirgendwo sonst wird aufwendige interne Koordination so häufig als Hürde genannt.

 

Diagramm Bauwesen 1a

Viele der genannten Hürden haben eine gemeinsame Wurzel: fehlende Übersicht. Wer nicht weiß, welche Ausschreibungen relevant sind, wann Fristen ablaufen und was intern bereits geklärt ist, verliert Zeit.

Im Gesamtmarkt stellt die lange Verfahrensdauer die größte Hürde da. Im Bauwesen hingegen die administrative Komplexität mit 52 %. Ein Hinweis darauf, dass die Branche weniger unter dem Tempo des Vergabeprozesses leidet als unter seiner formalen Last. Vergabe- und Vertragsordnungen im Bauwesen (VOB), mehrstufige Verfahren und kleinteilige Losstrukturen machen jeden Prozess zu einem bürokratischen Kraftakt, der intern aufwendig abgestimmt werden muss.

Dass aufwendige interne Koordination mit 31,6 % folgt, passt in dieses Bild: komplexere Verfahren binden mehr Ressourcen. Bemerkenswert ist dagegen, wie selten fehlende Transparenz genannt wird. Mit 12 % liegt das Bauwesen weit unter dem Gesamtschnitt. Das legt nahe, dass das Problem weniger im Informationszugang als in der Bewältigung dessen, was bereits bekannt ist liegt. 

DTAD-Einordnung: Im Bauwesen liegt die größte Hürde bei der formalen und administrativen Komplexität. Der Aufwand entsteht vor allem im Umgang mit Unterlagen, Anforderungen, Fristen und interner Abstimmung.
Aus DTAD-Sicht zeigt das, wie wichtig eine zentrale und strukturierte Arbeitsgrundlage im Vergabeprozess ist. Wenn Informationen, Unterlagen und Fristen sauber zusammenlaufen, entsteht weniger Aufwand dort, wo heute oft Zeit verloren geht.

Die Forderungen: Reformen mit Wirkung

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Was muss sich im Vergaberecht dringend ändern? Branchenübergreifend ist der Wunsch nach Vereinfachung das meistgenannte Reformanliegen. Im Bauwesen kommt etwas hinzu, das den Markt als Ganzes weniger beschäftigt: die Forderung nach Rechtssicherheit und Transparenz ist hier ausgeprägter als in jeder anderen befragten Branche.

Diagramm Bauwesen 2a

Rechtssicherheit und Transparenz werden im Bauwesen besonders stark eingefordert. Dies scheint branchenlogisch: Kalkulationen, Kapazitätsplanung und Partnerschaften hängen direkt am Vergabeergebnis. Unklare Anforderungen und wechselnde Auslegungen haben hier unmittelbare wirtschaftliche Konsequenzen. Rechtssicherheit würde genau dort Entlastung schaffen, indem sie Interpretationsspielräume schließt, die heute Zeit kosten und Risiken erzeugen.


Aufschlussreich ist auch, was die Branche weniger fordert: End-to-End-Digitalisierung des Vergabeprozesses nennen im Bauwesen nur 13,6 % als dringende Reform, ein auffällig niedriger Wert. Die Befragten wollen den Prozess offenbar nicht grundlegend umgestalten, sondern verlässlicher machen. Das passt zum Bild der Hürden: Die Last liegt nicht im Zugang zu Informationen, sondern im Umgang mit ihrer Komplexität.

DTAD-Einordnung: Der Wunsch nach einfacheren Verfahren, mehr Rechtssicherheit und besserer Nachvollziehbarkeit ist im Bauwesen sehr konkret. Kalkulationen, Kapazitäten und Partnerstrukturen hängen direkt davon ab, wie verlässlich ein Verfahren ist.

Für den DTAD unterstreicht das die Bedeutung klar aufbereiteter Vergabeinformationen. Strukturierte Daten, zentrale Unterlagen und nachvollziehbare Anforderungen helfen Unternehmen dabei, Risiken früher zu erkennen und Entscheidungen belastbarer vorzubereiten.

Die Erfolgsfaktoren: Erfolgreiche Teilnahme an Ausschreibungen

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Was brauchen Unternehmen, um an Ausschreibungen erfolgreich teilzunehmen? Was den Markt verbindet ist die Wichtigkeit zentraler Ausschreibungsunterlagen. Das Bauwesen teilt diese Priorität - mit einer Besonderheit: Keine andere befragte Branche legt so viel Wert auf Frühindikatoren für Auftragsbedarf.

Diagramm Bauwesen 4a

Die Baubranche hat klare Vorstellungen davon, welche Informationen den Ausschlag geben, wenn es um eine erfolgreiche Ausschreibungsteilnahme geht. Einige dieser Faktoren stechen im Branchenvergleich deutlich hervor.
Besonders auffällig ist die Bedeutung von Frühindikatoren für Auftragsbedarf: Mit 47,2 % nennt die Baubranche diesen Faktor mehr als doppelt so häufig wie der Schnitt der anderen befragten Branchen (19 %). Das ist ein klares Signal. Im Bauwesen erfordert eine erfolgreiche Ausschreibungsteilnahme Vorlaufzeit, denn Kapazitäten, Partnerschaften und Kalkulationen lassen sich nicht kurzfristig anpassen. Zentral abrufbare Unterlagen (76,6%) und strukturierte, maschinenlesbare Daten (26,3%) ergänzen dieses Bild: Sie ermöglichen es, einmal gewonnene Informationen effizient zu nutzen und intern weiterzuverarbeiten. Die Branche scheint somit zu wissen, was für sie wichtig ist und auch an welchen Hebeln noch angesetzt werden müsste

DTAD-Einordnung: Die hohe Bedeutung von Frühindikatoren zeigt, wie wichtig Vorlaufzeit im Bauwesen ist. Wer geplante Vorhaben früher erkennt, kann Kapazitäten, Partner, Kalkulation und interne Prioritäten besser vorbereiten.
Hier liegt ein zentraler Anschluss an die Arbeit des DTAD: Vorhaben früher sichtbar machen, Informationen bündeln und so eine bessere Grundlage für die Vorbereitung schaffen.
 

Schnellcheck

Welche dieser von Beschäftigten in der Baubranche gewünschten “Features” haben Sie bereits umgesetzt?

Wer Ausschreibungen und geplante Vorhaben nicht frühzeitig auf dem Radar hat, verliert Vorbereitungszeit. Manche Chancen sind bereits vergeben, bevor das erste eigene Angebot entsteht. Strukturierter Zugang zu Ausschreibungen aus hunderten Quellen und Frühinformationen aus Vorabbekanntmachungen und Haushaltsplänen schaffen den Vorsprung, der für ein überzeugendes Angebot gebraucht wird.

DTAD Lösung

Wer ohne Markt- und Wettbewerbsdaten kalkuliert, verteilt Ressourcen nach Einschätzung statt nach Faktenlage. Strukturierte Marktdaten machen sichtbar, wer wie häufig ausschreibt, in welchen Volumina und mit welchen Vergabepräferenzen. Das schafft die Grundlage, um gezielter zu priorisieren und überzeugender zu kalkulieren.

DTAD Lösung

Manuelle Prozesse, fehlende Systemanbindung und ungenutzte Automatisierungspotenziale binden Kapazität, die für die inhaltliche Angebotsarbeit fehlt. Vergabedaten, die strukturiert bereitstehen, sich direkt in bestehende Systeme einbinden lassen und durch intelligente Automatisierung weiterverarbeitet werden können, verlagern den Fokus wieder dorthin, wo er hingehört.

DTAD Lösung

Zu spät über Vorhaben informiert zu sein und gleichzeitig ohne Marktkenntnis zu kalkulieren, bedeutet doppelten Nachteil. Wer früh im Bild ist und weiß, wie Auftraggeber und Wettbewerber aufgestellt sind, kann Chancen realistisch bewerten und Ressourcen gezielter einsetzen.

DTAD Lösung

Wer Ausschreibungen zu spät entdeckt und gleichzeitig zu viel Kapazität für manuelle Prozesse aufwendet, verliert an zwei Stellen gleichzeitig. Frühinformationen und strukturierte, systemintegrierbare Vergabedaten mit intelligenter Automatisierung adressieren beide Hebel und schaffen mehr Spielraum für die eigentliche Angebotsarbeit.

DTAD Lösung

Wer ohne Marktdaten kalkuliert und gleichzeitig zu viel Kapazität in manuelle Prozesse investiert, arbeitet mit dünner Basis bei hohem Aufwand. Strukturierte Marktdaten kombiniert mit maschinenlesbaren Vergabeunterlagen, intelligenter Automatisierung und direkter Systemanbindung bedeuten mehr Entscheidungsgrundlage bei weniger Aufwand.

DTAD Lösung

Wenn im gesamten Vergabeprozesses Ausbaupotenzial besteht, können mehr als nur Einzelmaßnahmen helfen. Der DTAD bündelt Ausschreibungssuche, Frühinformationen, Marktdaten, strukturierte Vergabedaten, API-Anbindung und intelligente Automatisierung in einem System, aufgebaut auf über 25 Jahren Erfahrung im öffentlichen Vergabemarkt.

DTAD Lösung
Fastcheck

Die Hebel: Digitalisierung die wirkt

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Digitalisierung im Vergabeprozess, aber wie? Der Gesamtmarkt denkt dabei vor allem an einheitliche digitale Schnittstellen und zentrale Datenerfassung. Für das Bauwesen steht vor allem eine einfachere Auswertbarkeit im Vordergrund und das deutlicher als in jeder anderen befragten Branche.

Diagramm Bauwesen 4a

Gefragt nach gewünschten Reformen, zeigt die Baubranche eine bemerkenswert pragmatische Haltung: Nicht der große digitale Wandel steht im Vordergrund, sondern konkrete Entlastung dort, wo der Alltag am stärksten drückt.


Einfachere Auswertung durch digitale Systeme steht mit 41,3 % an erster Stelle, einem Wert, den keine andere befragte Branche annähernd erreicht. Gleichzeitig forderten bei den Reformen nur 13,6 % eine End-to-End-Digitalisierung des Vergabeprozesses. Daraus lässt sich ableiten, dass die Branche keine digitale Kompletttransformation anstrebt, sondern gezielte Unterstützung an konkreten Schmerzpunkten sucht.


Frühzeitige Information zu geplanten Vorhaben folgt mit 38,2 % auf Platz zwei, ebenfalls der höchste Wert aller befragten Branchen. In Verbindung mit den Erfolgsfaktoren legt das nahe, dass Vorlaufzeit im Bauwesen einen direkten wirtschaftlichen Wert hat. Einheitliche Schnittstellen landen mit 34,2 % dahinter. Das Gesamtbild deutet darauf hin, dass die Branche Digitalisierung weniger als strukturelle Frage begreift, sondern als praktisches Werkzeug für konkrete Entlastung im Arbeitsalltag.

DTAD-Einordnung: Beim Thema Digitalisierung ist das Bauwesen auffällig pragmatisch. Die Branche sucht keine große digitale Vision, sondern Unterstützung dort, wo heute konkret Aufwand entsteht.

Für den DTAD liegt der Nutzen digitaler Lösungen genau an dieser Stelle: Informationen schneller auswerten, besser vergleichen und leichter in bestehende Prozesse übernehmen.

Die Zukunft: Künstliche Intelligenz

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KI gewinnt im Vergabeprozess an Bedeutung. Ein Drittel der Befragten nutzt sie bereits. Das Bauwesen spiegelt diese Nutzungsrate wider. Der Blick auf das wahrgenommene Potenzial zeigt jedoch noch Ungewissheit in der Branche. Den größten Nutzen von KI sieht man im Bauwesen in der Suche von aktuellen Ausschreibungen.

Diagramm Bauwesen 5b

Fast die Hälfte der Entscheiderinnen und Entscheider im Bauwesen sieht das größte KI-Potenzial in der Ausschreibungssuche. Danach folgt der Einsatz bei der Angebotsbewertung und dem Fristen- und Compliance-Check. Daraus lässt sich ableiten, dass KI im Bauwesen vor allem dort als relevant eingestuft wird, wo sie unmittelbar Zeit spart. Für eine Branche mit hohem Ausschreibungsvolumen und engem Fristrahmen ist das naheliegend.

Gleichzeitig gibt es ein anderes Signal, das nicht übersehen werden sollte: 38,8 % der Befragten sehen in keinem Bereich des Vergabeprozesses einen Nutzen für KI, ebenfalls der höchste Wert aller befragten Branchen. In Verbindung mit der bisherigen Nutzungsrate von 28,8 % deutet das darauf hin, dass KI im Bauwesen zwar in Teilen angekommen ist, aber noch keineswegs als selbstverständliches Werkzeug gilt. Ob das an fehlenden Anknüpfungspunkten liegt, an mangelnder Erfahrung mit konkreten Anwendungen oder an einer grundsätzlichen Skepsis, lässt sich aus den Daten allein nicht ableiten.

Das Bild ist zweiteilig: Wo KI eingesetzt wird, wird sie pragmatisch und gezielt eingesetzt. Wo nicht, fehlt bislang offenbar der überzeugende Einstiegspunkt. Es wird sich zeigen, ob KI-Tools durch stetigen Fortschritt und kontinuierliche Weiterentwicklung im Vergabewesen eine immer zentralere Rolle im Bauwesen spielen werden.

DTAD-Einordnung: Beim Einsatz von KI sieht das Bauwesen den größten Nutzen in der Suche nach aktuellen Ausschreibungen, bei Fristen, Compliance-Hinweisen und der Bewertung von Angeboten.
Das passt zu einem praktischen Verständnis von KI im Vergabealltag. Für den DTAD ist vor allem die Verbindung aus Suche, Matching und Strukturierung relevant, damit aus großen Informationsmengen schneller verwertbare Ergebnisse werden.

Was bedeutet das für die Praxis?

Die Civey-Erhebung ist eine wissenschaftlich fundierte Studie und für den DTAD zugleich ein konkreter Praxisanker. Die Ergebnisse zeigen, wo Unternehmen im Vergabeprozess heute an Grenzen stoßen und welche Anforderungen im Arbeitsalltag besonders ins Gewicht fallen.

Die Trendanalyse zeigt im Bauwesen ein klares Bild: Erfolgreiche Teilnahme beginnt deutlich vor der eigentlichen Angebotserstellung. Unternehmen müssen relevante Vorhaben früh erkennen, Ausschreibungsunterlagen zentral nutzen, Fristen sicher im Blick behalten und Informationen intern weiterverarbeiten können. Genau dort entstehen viele Hürden: im Zusammenspiel aus Recherche, Bewertung, Koordination und Vorbereitung.

Mit über 25 Jahren Markterfahrung hat der DTAD-Lösungen entwickelt, die an diesen Punkten ansetzen: von der strukturierten Marktübersicht über Frühinformationen zu geplanten Vorhaben bis hin zur systemseitigen Integration. Ziel ist es, Aufwand zu reduzieren, Chancen früher zu erkennen und Entscheidungen auf verlässlicher Datenbasis zu treffen.
Für Unternehmen bedeutet das weniger Zeitverlust in der Vorbereitung, klarere Entscheidungsgrundlagen und bessere Chancen, relevante Ausschreibungen früh zu erkennen und gezielt zu bearbeiten.