WAS SIND DIE RECHTLICHEN GRUNDLAGEN FÜR VERGABEN IM HOCHBAU?
Im öffentlichen Hochbau werden Bauleistungen in der Regel über ein formales Ausschreibungsverfahren nach der VOB/A vergeben, da öffentliche Auftraggeber nach GWB §§ 97 ff. gesetzlich verpflichtet sind, ihre Aufträge transparent und wettbewerblich auszuschreiben. Die Abkürzung VOB/A steht für „Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen – Teil A“ und regelt genau diese Vergabeschritte. Im BGB (Bürgerliches Gesetzbuch) sind dagegen die allgemeinen Regeln über Werkverträge enthalten, die zwischen privaten Bauherren und Unternehmen gelten, wenn keine speziellen Bauregeln vereinbart werden.
Wichtig: Bei Ausschreibungen gelten unterschiedliche Vorgaben je nach Auftragswert: Oberhalb der EU-Schwellenwerte müssen Vergaben nach europaweit gültigen Regeln durchgeführt und entsprechend veröffentlicht werden, während unterhalb der Schwellenwerte meist vereinfachte nationale Verfahren möglich sind.
HÄUFIGE FRAGEN UND ANTWORTEN ZU AUSSCHREIBUNGEN IM HOCHBAU
In unserem FAQ finden Sie Antworten zu den wichtigsten Fragen rund um das Thema Hochbau-Ausschreibungen.
WO FINDE ICH AUSSCHREIBUNGEN FÜR HOCHBAUPROJEKTE?
Öffentliche Ausschreibungen für Hochbauprojekte finden Sie auf verschiedenen Vergabeportalen und spezialisierten Plattformen. Neben zentralen und amtlichen Portalen sowie regionalen Ausschreibungsdiensten können Sie auch die DTAD Plattform nutzen, um passende Hochbau-Ausschreibungen schnell und strukturiert zu finden. Dort stehen täglich aktualisierte Aufträge aus dem Hochbau zur Verfügung, die Sie nach relevanten Kriterien filtern und mit individuellen Suchprofilen beobachten können.
WAS IST DER UNTERSCHIED ZWISCHEN ÖFFENTLICHEN UND BESCHRÄNKTEN AUSSCHREIBUNGEN IM HOCHBAU?
Bei der beschränkten Ausschreibung mit Teilnahmewettbewerb handelt es sich um ein Verfahren für Ausschreibungen unterhalb der EU-Schwellenwerte. Die Bieterauswahl ist dabei auf einen bestimmten Kreis von Bauunternehmen begrenzt. Der Auftraggeber lädt nur ausgewählte Bewerber zur Abgabe eines Angebots ein. Bei einer öffentlichen Ausschreibung im Hochbau können hingegen grundsätzlich alle interessierten Bauunternehmen ein Angebot abgeben.
LOHNEN SICH AUSSCHREIBUNGEN IM HOCHBAU AUCH FÜR KLEINE BAUUNTERNEHMEN?
Auch kleine Bauunternehmen können von öffentlichen Ausschreibungen im Bereich Hochbau profitieren. Viele Projekte werden in Gewerken vergeben, die für kleinere Betriebe geeignet sind. Im Unterschwellenbereich sind die Vergabeerfahren zudem oft weniger komplex.
WAS KOSTET DIE TEILNAHME AN AUSSCHREIBUNGEN IM BAUGEWERBE?
Die Kosten für die Teilnahme an Bauausschreibungen können stark variieren. Meist entstehen sie durch den internen Aufwand. Besonders zeitintensiv sind die Suche nach passenden Projekten, die Prüfung der Anforderungen, das Zusammenstellen aller Nachweise sowie die Angebotserstellung inklusive Kalkulation. Für Kleinstbetriebe können dafür schnell rund 3.000 € pro Ausschreibung anfallen, größere Unternehmen liegen dank routinierter Prozesse oft bei etwa 1.000 bis 1.500 €.